Wissenschaft ist in meinen Augen mit Glauben und Hoffnung verbunden. Der Glaube, dass das, was heute als gesichert gilt, auch Morgen noch Gültigkeit hat. Und die Hoffnung, dass niemand für wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Theorien Beweise verlangt. (Silke Paschold im Januar 2019)
Viele alternative Therapien sind wissenschaftlich nicht belegt. Ja und? Es gibt viele Dinge, die nicht bewiesen sind – darunter auch viele wissenschaftliche Theorien. Wenn sie bewiesen wären, hießen sie z.B. nicht mehr Urknalltheorie, Evolutionstheorie oder Infektionstheorie.
Schauen wir uns das Wort mal genau an: die Wissenschaft ist das Substantiv, die dazu gehörige Tätigkeit ist Wissen schaffen.
Aus meiner Sicht wird in diesem Bereich nichts geschaffen, sondern Erkenntnisse erworben. Das Blöde ist, dass diese Erkenntnisse oft nicht gesichert sind.
So war für die damaligen Wissenschaftler die Erde lange Zeit eine Scheibe.
Zu kurze oder vielleicht auch fehlerhafte Studien haben dazu geführt, dass Contergan® Schwangeren verabreicht wurde. Erst später hat sich herausgestellt, dass dieses Medikament zu Missbildungen der Föten geführt hat.
Viren waren eine Vermutung der damaligen Wissenschaftler, weil sie ein Erklärungsmodell brauchten. Weder anhand der Koch’schen Postulate noch mit dem wesentlich später erfundenen Elektronenmikroskop konnten die bis dahin als existierend postulierten Viren gefunden werden.
Diese Ausführungen sind nicht vollständig!
In der Wissenschaft, dazu zähle ich auch die medizinische Forschung, haben wir viel mit Theorien zu tun. Manche erweisen sich irgendwann als wahrscheinlich wahr. Aber wer weiß schon, ob das heute Gültige Morgen noch Bestand hat – oder sich doch als falsch herausstellt?
Oft wird aber von Wissen, im Sinne von bewiesen, gesprochen, wo es sich nur um Theorien handelt. Bei der Urknall oder der Evolutionstheorie steckt es noch in der Bezeichnung. Bei der Infektionstheorie, hat man das Wort Theorie wohl lieber ersetzt. Vielleicht möchte man nicht, dass den Menschen allein durch die Wortwahl schon bewusst wird, dass es sich bei der Infektionstheorie keinesfalls um ein unumstößliches Naturgesetz handelt. Schon damals, als diese Theorie entwickelt wurde, gab es Wissenschaftler, die dieser Theorie mit guten Argumenten widersprachen.
Wenn Du also hörst „das ist wissenschaftlich bewiesen“, dann denke daran,
dass "Beweise" nur so gut sind wie die Instrumente, mit denen man die "Beweise" erlangt hat.
dass jederzeit andere Erkenntnisse dazu führen können, dass sich bereits "Bewiesenes" als falsch heraus stellt.
dass die Art der Beweisführung über das Ergebnis entscheiden kann.
dass die Beobachtung selbst zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann (das ist keine Esoterik, sondern Physik und wird recht anschaulich in Videos über das Doppelspaltexperiment gezeigt).